FAQ

 

Nach dem Aufstehen habe ich immer Kopfschmerzen und der Arzt findet aber nichts. Auch bin ich oft müde. Könnte das von Schimmelpilzen kommen?

Kopfschmerzen nach dem Schlafen und Müdigkeit, die bis zur Erschöpfung geht, können sowohl von eingeatmeten Schimmelpilzsporen als auch von eingeatmeten Bakterien verursacht werden. Um zu überprüfen, ob die gesamte Keimbelastung Ihres Schlafzimmers erhöht ist, empfehlen wir, einen Kombi-Lufttest Schimmelpilze + Bakterien durchzuführen.

Ich leide unter einer Reizung im Rachenraum, die nicht verschwindet. Die Medikamente vom Arzt helfen auch nicht. Sind vielleicht Erreger in der Luft zuhause daran Schuld?

Das kann sein, da Schimmelpilzgifte die Schleimhäute angreifen und Bakterien daraufhin dort eine Entzündung verursachen können. Um sicher zu gehen, dass weder zu viele Schimmelpilzsporen noch zu viele Bakterien in der Luft Ihrer Wohnung vorhanden sind, wäre der Kombi-Lufttest Schimmelpilze + Bakterien für jeden Raum anzuraten, in dem Sie sich längere Zeit aufhalten.

Die Luftfeuchtigkeit in meiner Wohnung ist immer ziemlich hoch und es riecht auch etwas muffig, zudem leide ich unter Magen-Darm-Beschwerden. Kann es sein, dass ein Schimmelpilz in meiner Wohnung wächst, den ich noch nicht entdeckt habe?

Schimmelpilze wachsen gerne im Verborgenen und geben ihre Sporen an die Raumluft ab. Da Beschwerden im Magen-Darm-Trakt sowohl von Schimmelpilzen  als auch von Hefepilzen verursacht werden können, empfehlen wir, die Raumluft daraufhin zu überprüfen, ob Pilze in erhöhtem Maße dort vorkommen. Für diese Überprüfung ist der Lufttest Schimmelpilze geeignet. Falls der muffige Geruch nicht einzugrenzen ist, sollte für jeden Raum der Wohnung eine eigene Sedimentationsplatte des Lufttests verwendete werden.

Seit einem Wasserrohrbruch sind die Allergien meiner Kinder schlimmer geworden. Vielleicht ist ja irgendwo Schimmel im Haus, den ich nicht sehen kann?

Oft benötigt Wasser, das durch einen Leitungsschaden ins Mauerwerk gelangt ist, sehr lange bis es vollständig durch Austrocknung verschwindet. In dieser Zeit können Schimmelpilze unbemerkt wachsen und ihre allergieauslösenden Sporen in die Raumluft abgeben. Es ist ratsam, an der Stelle des ehemaligen Wasserrohrbruchs durch den Oberflächentest Schimmelpilz-Suche zu überprüfen, ob dort vermehrt Schimmelpilzsporen vorhanden sind, auch wenn an dieser Stelle keine dunklen oder farbigen Flecken zu erkennen sind. Der Schimmelpilz könnte dort hinter einer Tapete oder einem Wandputz im Verborgenen wachsen. Die Kontrolle der Sporenmenge in der Luft des betroffenen Raums durch den Lufttest Schimmelpilze gibt zusätzlich Aufschluss bei der Ursachensuche.

Wir hatten eine Wasserschaden in der Wohnung und nun sind dort dunkle Flecken zu erkennen. Ist das Schimmel und wie schlimm ist der?

Mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich bei den dunklen Flecken um Schimmelpilze. Wie gesundheitsschädlich der Schimmelpilz ist und ob er nach der Abtrocknung noch lebt, kann durch den Oberflächentest Schimmelpilz-Identifikation herausgefunden werden. Hierbei wird die Gattung des oder der vorhandenen Schimmelpilze bestimmt, womit die Gefährdung durch allergie- oder krebsauslösende Pilzgifte und freigesetzte Sporenmengen beurteilt werden kann. Diese Information ist auch für eine eventuell durchzuführende Schimmelsanierung wichtig.

Obwohl sich schimmeltypische dunkle Flecken an der Wand befinden, ist die Sporenmenge in der Luft, gemessen mit dem Lufttest Schimmelpilze, nicht erhöht?

Es kommen mehrere Gründe in Betracht, weshalb trotz des sichtbaren Befundes keine Sporen in der Luft vorhanden sind. Zum einen kann der Schimmelpilz abgestorben sein, wenn eine ehemals vorhandene Feuchtigkeit in der Wand verschwunden ist, oder der Schimmelpilz gehört einer Gattung an, die kaum oder keine Sporen in die Luft freisetzen, oder der Schimmelpilz befindet sich momentan nicht in seiner Fortpflanzungsphase und bildet deshalb keine Sporen.
Um herauszufinden, welche der drei Möglichkeiten zutrifft, raten wir zum Oberflächentest Schimmelpilz-Identifikation. Hierbei wird ermittelt, ob der Schimmelpilz noch lebt, ob er Sporen produziert und um welche Gattung es sich handelt.

Unser Leitungswasser hat manchmal einen komischen Geschmack. Kann das von Keimen im Wasser kommen?

Der Wassergeschmack ist von vielen Faktoren abhängig, u.a. vom Salzgehalt. Ein merkwürdiger Geschmack des Leitungswassers kann aber auch auf eine erhöhte Keimbelastung hinweisen. Um das abzuklären und zu überprüfen, ob sich krankmachende Bakterien im Leitungswasser befinden, raten wir zum Trinkwassertest auf 9 Krankheitserreger.

Wie kann ich mich vor der lebensbedrohlichen Legionärskrankheit schützen?

Die gefährliche Legionärskrankheit wird durch Legionellen verursacht, die durch feinste Wassertröpfchen beim Duschen eingeatmet werden. Die schwere Lungenentzündung, die daraufhin entsteht, verläuft bei einem Fünftel der Infizierten tödlich. Um sicher zu gehen, dass sich keine Legionellen in Ihrem Warmwasser befinden, empfehlen wir, den Legionellentest durchzuführen. Sollten Sie eine Klimaanlage oder einen Luftbefeuchter besitzen, geht davon ebenfalls eine Infektionsgefahr durch Legionellen aus, weil hierbei mikroskopisch kleinste Wassertröpfchen im ganze Raum verteilt werden. Um diese Gefahr auszuschließen, bieten wir den Lufttest Legionellen an.

Was ist mit Warmwasser, welches aus dem Speichertank der Heizung bzw. aus dem Solarspeicher als Trinkwasser genutzt wird. Kann dieses Warmwasser auch auf Keimbelastung überprüft werden?

Die Untersuchung von Legionellen mit dem Legionellentest ist für Warmwasser am sinnvollsten, da sich Legionellen in der Wärme stark vermehren. Der Grenzwert der Trinkwasserverordnung ist auch hierfür festgelegt. Für die restlichen Keime, die bei einer Trinkwasseruntersuchung normalerweise bestimmt werden, sind nur die Grenzwerte für das Kaltwasser festgelegt. Wird Warmwasser direkt als Trinkwasser genutzt, kann zur Überprüfung auch das Warmwasser mit dem Trinkwassertest auf 9 Krankheitserreger untersucht und die Kaltwassergrenzwerte zur orientierenden Beurteilung herangezogen werden.

 

 

 

 

 

Glossar

 

Abklatschplatte

siehe „Gesamtkeimzahl“.

Antibiotikum

Bei Antibiotika handelt es sich um Arzneimittel zur Behandlung bakterieller Infektionskrankheiten. Die antibiotischen Wirkstoffe sind entweder natürlichen Ursprungs, das heißt, sie werden von anderen Bakterien oder Pilzen produziert oder sie wurden künstlich entwickelt. Antibiotika wirken nicht gegen Viren, Pilze, Würmer und tierische Einzeller. Die Arzneimittel dafür heißen: Virostatika, Antimykotika, Antihelminthika und Antiprotozoika.

Bakterien

Bakterienzellen unterscheiden sich von tierischen und pflanzlichen Zellen und auch von Pilzzellen durch ihren einfacheren strukturellen Aufbau. Bakterien besitzen in ihrem Inneren keinen Zellkern, in welchem die Erbsubstanz DNA gelagert wird. Auch sind bestimmte Zellfunktionen, wie z.B. Proteinherstellung oder die Gewinnung von Stoffwechselenergie, nicht in separaten abgegrenzten Bereichen der Zelle untergebracht, sowie es bei Tieren, Pflanzen, Pilzen und natürlich auch dem Menschen der Fall ist. In einer Bakterienzelle sind alle lebensnotwendigen Stoffe ohne strukturelle Ordnung vorhanden, wodurch Bakterien eine hohe Vermehrungsrate durch Zellteilung erreichen, da die Verdopplung des einfachen Zellinhalts dadurch schneller verläuft als bei Tieren, Pflanzen oder Pilzen.

Durch ihre Fähigkeit, sehr viele verschiedene Stoffe als Nahrung nutzen zu können, haben Bakterien die gesamte Erde besiedelt. Ob Antarktis, Sahara oder ozeanischer Tiefseegraben, Bakterien kommen überall vor, sogar in kochendem Vulkanwasser und auf radioaktiven Brennstäben. Bakterien waren die ersten Lebewesen auf unserem Planeten, daher zeichnen sie sich durch eine ausgeprägte Anpassungsfähigkeit an alle Umweltveränderungen aus.

Bakterienart

Da die meisten Bakterien unter dem Mikroskop sehr ähnlich aussehen, entweder Kugel- oder Stäbchenform aufweisen, und auch fast immer die gleiche Größe besitzen, werden bei Bakterien die Arten nicht wie bei Tieren und Pflanzen aufgrund äußerer Merkmale unterschieden, sondern aufgrund ihres unterschiedlichen Stoffwechselverhaltens. Eine Bakterienart wird wissenschaftlich dadurch festgelegt, welche Umweltbedingungen und welche Nährstoffe sie zum Wachsen und zum Überleben benötigt.

Weitere Kriterien sind die entwicklungsgeschichtlichen genetischen Aspekte und die Reaktion des Bakteriums auf eine Reihe von Stoffen, ob diese giftig, neutral oder wachstumsfördernd wirken. Manche Stoffe können bestimmte Bakterien einfärben, indem ein externer Farbstoff in die Zellwand eingelagert oder durch den speziellen Stoffwechsel des Bakteriums ein Farbstoff aus einem farblosen Stoff gebildet wird. Auch die Stoffe, die ein Bakterium an die Umwelt abgibt, sind mit entscheidend für die Festlegung einer Art. Dabei spielen die Gifte von krankheitserregenden Arten natürlich eine besondere Rolle.

Ein wissenschaftlicher Artname besteht bei Bakterien wie bei allen anderen irdischen Lebewesen aus zwei Wörten: Dem Gattungsnamen, z.B. Escherichia, und dem sogenannten Artbeiwort, z.B. coli. Der Artname beinhaltet entweder den Entdeckernamen oder beschreibt eine Eigenschaft des Lebewesens in Latein oder Griechisch.

Bakteriengruppen, welche ähnliches Stoffwechselverhalten zeigen, werden zu Gattungen zusammengefasst. Beispielsweise besteht die Gattung Pseudomonas aus 122 Arten mit Artnamen wie Pseudomonas acidovorans, Pseudomonas aeruginosa, Pseudomonas balearica, Pseudomonas fulva, Pseudomonas marginalis u.s.w..

Zur Zeit sind etwa 4500 Bakterienarten beschrieben. Es wird allerdings vermutet, dass 99 % aller auf der Erde lebenden Bakterienarten noch unbekannt sind.

Bakterienstamm

Bei Bakterien ist die letzte Unterscheidungseinheit nicht die Art, sondern der sogenannte Stamm. Eine Bakterienart kann in Form mehrerer manchmal sogar sehr vieler Stämme auftreten. Die einzelnen Stämme unterscheiden sich in ihrer Genetik und Stoffwechselaktivität. Von der gleichen Bakterienart kann ein Stamm, z.B. Escherichia coli Nissle 1917, gesundheitsfördernd sein und sogar als Medikament verkauft werden (Handelsname Mutaflor), als auch ein anderer Stamm, z.B. Escherichia coli O157:H7, die lebensbedrohliche EHEC-Erkrankung verursachen.

DIN 19643

Die deutsche Norm DIN 19643 befasst sich mit der Aufbereitung von Schwimm- und Badebeckenwasser. In der Norm sind der aktuelle Kenntnisstand im Bereich der Schwimm- und Badebeckenwasserhygiene und die dazugehörigen technischen Aufbereitungsverfahren enthalten.

EHEC

Die Bezeichnung EHEC bedeutet „Enterohämorrhagische Escherichia coli“. Damit sind bestimmte krankheitserregende Stämme des Darmbakteriums Escherichia coli gemeint, welche beim Menschen blutige Durchfallerkrankungen (enterohämorrhagische Colitis) auslösen können. Der Erreger und die von ihm verursachten Infektionserkrankungen treten weltweit auf. Das Hauptreservoir des Erregers bilden Wiederkäuer, vor allem Rinder, Schafe und Ziegen, in deren Darm sie regelmäßig vorkommen, ohne bei den Tieren Krankheiten auszulösen.

Häufig mit EHEC kontaminierte Lebensmittel sind Weichkäse, Rinderhack, Rohmilch, Apfelsaft, Hamburger, Roastbeef, Kohlrouladen, Rohwürste, Sandwiches, Sprossen und rohes Gemüse. Eine Infektion ist auch über fäkalienverseuchtes Trink- oder Badewasser möglich.

Weniger als 100 EHEC-Bakterien genügen bereits für eine Ansteckung. Die blutigen Durchfälle können begleitet sein von hohem Fieber und Nierenversagen und bei schweren Verläufen tödlich enden.

Im Jahr 2011 kam es in ganz Deutschland zu vielen EHEC-Infektionen, wodurch 53 Menschen starben. Die Ursache waren Gemüse-Sprossen und Keimlinge aus Ägypten, welche dort mit Fäkalwasser gedüngt wurden.

Gesamtkeimzahl

Die Gesamtkeimzahl (GKZ) ist eine unspezifische Größe der mikrobiologischen Untersuchung. Sie gibt an, wie viele Bakterien oder Pilze in einem Milliliter oder einem Gramm einer Probe vorhanden sind. Die Gesamtkeimzahl dient zum Vergleich mit anderen Proben und gibt eine Aussage über die Größe einer bestehenden Verkeimung mit verschiedenen Mikroorganismen.

Auch von Oberflächen und der Luft kann so ein Überblick von der Gesamtverkeimung gewonnen werden. Zur Oberflächenuntersuchung drückt man die Nährbodenpetrischale (Abklatschplatte) einfach auf die entsprechende Fläche oder bestreicht den Nährboden mit einem sterilen Tupferstäbchen, mit dem zuvor die Mikroflora von der zu untersuchenden Oberflächen als Abstrich aufgenommen wurde.

Für die einfache Analyse der Luftkeime wird lediglich eine geöffnete Nährbodenpetrischale (Sedimentationsplatte) für eine gewisse Zeit, z.B. eine halbe Stunde, frei aufgestellt, so daß die an Staubpartikeln anhaftenden Mikroorganismen sich auf der Platte absetzen können.

Damit zu diesem Zweck möglichst viele Mikroorganismen auf der Platte wachsen, werden Nährböden mit einer Zusammensetzung gewählt, auf denen eine große Anzahl unterschiedlicher Arten von Bakterien, Hefen und Schimmelpilzen gedeihen können.

KBE

Hat sich ein einzelliger Mikroorganismus mehrere hundertfach durch Zellteilung vermehrt, so wird er als Kolonie auf dem Nährboden mit bloßem Auge sichtbar. Da man nicht weiß, ob einer Kolonie eine Zelle oder zwei oder vielleicht sogar mehrere Zellen, die zufällig aneinander hafteten, zugrunde liegt, bezeichnet man in der Mikrobiologie solch eine Kolonie als KBE, das steht für „Kolonie-Bildende Einheit“.

Das Ergebnis einer mikrobiologischen Untersuchung wird normalerweise als KBE/g (Kolonie-Bildende Einheiten pro Gramm Probenmaterial) oder als KBE/ml ( Kolonie-Bildende Einheiten pro Milliliter Probenflüssigkeit) angegeben.

Keime

Im medizinischen Sinne werden alle Mikroorganismen und ihre Sporen, die Krankheiten auslösen können, als Keime bezeichnet. In der Mikrobiologie allerdings versteht man unter dem Begriff Keime die Gesamtheit aller vermehrungsfähiger Mikroorganismen, ungeachtet ob sie Krankheitserreger sind oder nicht.

Keimzahl

Als Keimzahl bezeichnet man in der Mikrobiologie den Gehalt eines Materials an Mikroorganismen, und zwar ihre Anzahl im Verhältnis zum Volumen oder zur Masse des Materials, die Maßeinheit ist meistens 1 Milliliter oder 1 Gramm.

Die Bezeichnungen Keimgehalt und Keimzahl haben ihre Ursache vermutlich darin, dass sie meistens durch die Koloniezahl bestimmt werden. Das bedeutet, dass man eine bestimmte Menge des Materials möglichst so in einem gelförmigen Nährboden verteilt, dass alle Mikroorganismen einzeln liegen, dann unter geeigneten Bedingungen bebrütet und die dabei gebildeten Mikroorganismen-Kolonien zählt. Im Idealfall entstünde aus einem Mikroorganismus eine Kolonie und die Zahl der Kolonien wäre gleich der Zahl der Mikroorganismen in der Probe. Da dieser Idealfall praktisch nie gegeben ist, spricht man lieber von Koloniezahl als von Keimzahl. Mit diesem Verfahren erfasst man – im Gegensatz zur direkten mikroskopischen Zählung – nur lebende, vermehrungsfähige Individuen, aus denen durch ihre Vermehrung Kolonien hervorgehen, die also Keime für die Koloniebildung sind.

Wird der Keimgehalt (die Keimzahl) durch die Koloniezahl bestimmt, kann durch die Wahl selektiver Kulturbedingungen (Zusammensetzung des Nährbodens und der Atmosphäre, Bebrütungstemperatur, Beleuchtung) eine Auswahl der erfassten Mikroorganismen erreicht werden. Zum Beispiel werden nur acidophile und acidotolerante Mikroorganismen erfasst, wenn ein saures Nährmedium verwendet wird. Außerdem können auf bestimmten Nährböden (sogenannte Differentialnährböden) die Kolonien bestimmter Mikroorganismen erkannt und von anderen unterschieden werden, zum Beispiel Säurebildner in Nährmedien mit geeigneten Säureindikatoren. Im Gegensatz dazu kann man die Selektivität der Kulturbedingungen so weit wie möglich einschränken, um möglichst ein breites Spektrum an unterschiedlichen Mikroorganismen zu erfassen. Man spricht dann von Gesamtkeimzahl, und zwar oft auch im Fall eines normalen natürlichen Habitats mit einer Biozönose, die ein breites Spektrum an physiologisch verschiedenartigen Mikroorganismen enthält, obwohl es dafür keine Kulturbedingungen gibt, unter denen alle vorhandenen Mikroorganismen sich vermehren.

Mikrobiologie

Die Mikrobiologie ist ein Teilgebiet der Biologie, also der „Lehre vom Leben“, und beschäftigt sich mit den kleinsten Lebewesen der Erde, den Mikroorganismen. Diese werden in der Mikrobiologie erforscht und aufgrund ihres Aussehens und Verhaltens als Arten und gegebenenfalls als Stämme beschrieben.

Mikroorganismen

Zur Gruppe der Mikroorganismen gehören alle kleinen Lebewesen, die mit bloßem Auge nicht mehr sichtbar sind. Die meisten von ihnen sind Einzeller, wobei aber auch mehrzellige Zusammenlagerungen vorkommen können. Zu den Mikroorganismen zählen Bakterien, Hefen und Schimmelpilze, aber auch tierische Einzeller, mikroskopische Algen und meist auch Viren, obwohl Viren aufgrund des Fehlens eines eigenen Stoffwechsels im eigentlichen Sinne keine Lebewesen sind. Bakterien, Hefen, Schimmelpilze, Algen und tierische Einzeller unterscheiden sich in erster Linie in ihrem Zellaufbau und ihrer Stoffwechselaktivität.

Nährboden

Damit Mikroorganismen untersucht werden können, müssen sie zunächst vermehrt werden, um sie sichtbar zu machen. Zu diesem Zweck verwendet man sterile Nährböden, die alle Nährstoffe zum Wachstum der Mikroorganismen enthalten. Der Nährboden befindet sich zur praktischen Handhabung als Feststoff in einer sterilen Petrischale, in welche die Probe mit den Mikroorganismen aufgetragen wird. Zur Verfestigung enthält der Nährboden Agar-Agar, eine aus Rotalgen gewonnene gelatineartige Masse. Der Agar kann eine große Menge Wasser und darin gelöste Nährstoffe binden.

Je nach Wahl der Nährstoffe ist es möglich, verschiedene Mikroorganismenarten auf dem entsprechenden Nährboden zu kultivieren. Wählt man eine Nährstoffzusammensetzung, die fast alle Bakterien und Pilzen gerne mögen, so kann man die Gesamtkeimzahl als Maß für die allgemeine Verkeimung einer Probe bestimmen. Wählt man hingegen eine Nährstoffzusammensetzung, die nur bestimmte Bakterien oder Pilze bevorzugen, ist es auf diesem Weg möglich, einzelne Arten von Mikroorganismen nachzuweisen (Selektivnährboden). Durch spezielle Farbstoffe im Selektivnährboden, die nur von bestimmten Mikroorganismenarten aufgenommen werden, können diese Arten anhand der entsprechenden Koloniefärbung identifiziert werden.

Pathogene Keime

Damit sind krankheitserregende Mikroorganismen gemeint. In Medizin und Wissenschaft wird der Begriff oft verwendet.

Pestizide

Pestizide sind chemische Stoffe, die dafür entwickelt wurden, bestimmte unerwünschte Organismen zu schädigen oder zu töten. Je nach Zielorganismus existieren verschiedene Stoffe zur Bekämpfung von Bakterien (Bakterizide), Pilzen (Fungizide), Milben (Akarizide), Insekten (Insektizide), Schnecken (Molluskizide), Fadenwürmern (Nematizide), Nagetieren (Rodentizide), Vögeln (Avizide) und Pflanzen (Herbizide). In Deutschland werden pro Jahr etwa 30.000 Tonnen Pestizide in die Umwelt ausgebracht.

Nach Meinung vieler Naturschutzorganisationen gefährden Pestizide die menschliche Gesundheit und die biologische Vielfalt, da sie nicht nur auf den Zielorganismus sondern auch auf viele andere Lebewesen giftig, krebserregend und fruchtschädigend wirken.

Petrischale

Eine Petrischale ist eine flache, runde, durchsichtige Schale aus Glas oder Kunststoff mit übergreifendem Deckel, welcher eine staubfreie Sauerstoffversorgung im Innenraum der Petrischale gewährleistet.

Die Petrischale wurde 1887 vom deutschen Bakteriologen Julius Richard Petri erfunden. Sie wird meist zur Kultivierung von Mikroorganismen und Zellkulturen genutzt.

Pufferlösung

Eine Pufferlösung ist ein meist wässriges Stoffgemisch, das bei Zugabe von Säure oder Lauge seinen Säuregrad (pH-Wert) wesentlich schwächer ändert als in einem nicht gepufferten Stoffgemisch.

In der Mikrobiologie enthalten Pufferlösungen ebenfalls noch eine gewisse Salzmenge, da viele Mikroorganismen innerhalb eines bestimmten Bereichs bezüglich Säuregrad und Salzgehalt am besten gedeihen.

Schwermetalle

In der Technik (nur NE-Metalle) und der Chemie fallen unter den Begriff „Schwermetall“ Metalle mit einer Dichte > 5 g/cm³. Zu diesen werden üblicherweise unter anderem die Edelmetalle sowie Bismut, Eisen, Kupfer, Blei, Zink, Zinn, Nickel, Cadmium, Chrom und Uran gerechnet. Eine Studie der IUPAC fand jedoch mindestens 38 Definitionen für die Bezeichnung „Schwermetall“, die angefangen von der Dichte, dem Atomgewicht oder der Ordnungszahl bis zu den chemischen Eigenschaften oder der Toxizität reichen. Folglich unterscheiden sich Listen von „Schwermetallen“ von einem Satz von Richtlinien zu einem anderen; dabei werden oft auch Halbmetalle wie z. B. Arsen mit eingeschlossen. Die Bezeichnung wird oft ohne Angabe der Metalle, auf die sie sich bezieht, verwendet. Aus den oben aufgeführten Gründen ist die Bezeichnung aller anderen Metalle als Leichtmetalle ebenso undefiniert. In der Öffentlichkeit gelten oft alle als „Schwermetall“ bezeichneten Stoffe (wobei deren Verbindungen und Legierungen häufig ebenfalls dazu gerechnet werden) als toxisch.

Sedimentationsplatte

auch Luftfangplatte genannt, siehe „Gesamtkeimzahl“.

Sporen

Sporen sind Dauerstadien aus einer oder wenigen Zellen, die von manchen Bakterien, Pilzen und niederen Pflanzen, wie Algen, Moosen oder Farnen, gebildet werden können. Sie haben den Zweck, die Ausbreitung des Lebewesens zu fördern, oder Trockenheit, Nährstoffmangel, Kälte, Hitze und sogar giftige Umweltbedingungen zu überstehen. Daher sind Sporen nicht nur mikroskopisch klein, sondern sie besitzen auch kaum Zellwasser, und ihre Stoffwechselaktivität ist stark gedrosselt oder völlig eingestellt. Einige Bakterienarten, z.B. aus den Gattungen Bacillus und Clostridium, erzeugen so stabile widerstandsfähige Sporen, dass sie Jahrtausende überdauern können ohne Schaden zu nehmen.

steril

Als steril wird hygienetechnisch ein Zustand bezeichnet, der sich durch die Abwesenheit von vermehrungsfähigen Mikroorganismen und ihren Sporen darstellt. Ein steriler umgangssprachlich auch keimfreier Zustand kann durch den Einsatz von Desinfektionsmitteln oder Hitze erreicht werden.

Trinkwasserverordnung

Die Trinkwasserverordnung wurde in Deutschland im Jahre 2001 erlassen und im Jahre 2013 aktualisiert. Sie enthält Begriffsbestimmungen und Schutzvorschriften für das Trinkwasser. In ihr ist die EG-Richtlinie 98/83/EG „ Über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch“ in nationales Recht umgesetzt. In der Trinkwasserverordnung sind die Grenzwerte für die chemischen, physikalischen und mikrobiologischen Untersuchungsparameter und den dazugehörigen Untersuchungsmethoden festgelegt. Auch ist die Zuständigkeit der Untersuchungspflicht klar in ihr geregelt.

EG-Verordnung Nr. 2073/2005

Diese EG-Verordnung über mikrobiologische Kriterien in Lebensmitteln ist am 1. Januar 2006 in Deutschland in Kraft getreten. Die Verordnung enthält die Grenzwerte in Bezug auf die mikrobiologische Sicherheit der Nahrungsmittel für pathogene Mikroorganismen sowie Indikatoren bei Überschreitung dieser Grenzwerte. Die neuen mikrobiologischen Kriterien gelten ebenfalls für importierte Lebensmittel.